Contact Tracing

Stand: 08.01.2022 (Update: 08.01.)

Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind eine vorläufige Einschätzung zur Rechtslage gem. dem Dokument „Behördliche Vorgangsweise bei SARS-CoV-2 Kontaktpersonen: Kontaktpersonennachverfolgung“ (Stand 08.01.2022) und keine Rechtsberatung. Sie sollen Ihnen zum besseren Verständnis dienen, wie die Gesundheitsbehörden bei Contact Tracing vorgehen und nach welchen Grundsätzen Quarantänemaßnahmen verhängt werden.

Grundsätzlich obliegt die Einschätzung des individuellen Geschehens von Kontaktpersonen sowie daraus resultierende Maßnahmensetzung (wie Quarantäne) der zuständigen Gesundheitsbehörde.

Was ist neu ab 08.01.?

Seit 8. Jänner gibt es keine Unterscheidung mehr nach K1 oder K2, es gibt nur noch Kontaktpersonen (KPI). Keine Kontaktperson ist künftig, wer dreimal immunisiert (dreimal geimpft bzw. zweimal geimpft plus einmal genesen) ist oder wenn alle Beteiligten eine FFP2-Maske getragen haben. Das gilt auch für Kinder, die noch keine dritte Impfung erhalten haben.

Für alle, die als Kontaktpersonen (KPI) eingestuft werden, gilt: Freitesten ist ab dem fünften Tag mit einem PCR-Test möglich. Bei positiv getesteten Personen gilt die Absonderungsdauer künftig einheitlich für zehn Tage, ein Freitesten ist nach fünf Tagen möglich. Hier wird nicht mehr nach Virusvarianten unterschieden.

Kontaktpersonen in der kritischen Infrastruktur kommen mit einem täglich gültigen negativen Test und FFP2-Maske auch weiterhin arbeiten gehen. Dazu zählen insbesondere Gesundheitspersonal, Personal von Einsatzorganisationen, Beschäftigte in der Energieversorgung und Personal zur Aufrechterhaltung der Grundbedürfnisse des öffentlichen Lebens.

Definition von Geimpften und Genesenen

Geimpfte: Mit von der EMA zentral zugelassenen Impfstoffen geimpfte Personen in folgenden Zeitfenstern:

  • Impfstoffunabhängig ab dem 14. Tag bis 270 Tage nach der 2. Dosis
  • Bei Impfung nach Genesung: ab dem 14. Tag bis 270 Tage nach einmaliger Impfung
  • Bei weiterer Impfung: unmittelbar nach Impfung bis 270 Tage nach der letzten Impfung

Hinweis: Ab 03. Jänner 2022 ist das Impfzertifikat einer einmaligen Janssen Impfung (vormals: Johnson & Johnson) nicht mehr gültig.

Weiterführende Hinweise sowie einen Gültigkeitsrechner finden Sie hier.

Genesene: Personen, die innerhalb der letzten 6 Monate als bestätigter Fall klassifiziert wurden

Weiterführende Hinweise finden Sie hier.

Weiterführende Hinweise sowie einen Gültigkeitsrechner zu PCR-Tests und Antigentests einer befugten Stelle finden Sie hier.

Welche Impfstoffe sind in Österreich anerkannt?

  • BioNtech/Pfizer („Comirnaty“): 2 Dosen
  • AstraZeneca („Vaxzevria“): 2 Dosen
  • Janssen (vormals: Johnson & Johnson): 1 Dosis
  • Moderna („Spikevax“): 2 Dosen

Diese Liste wird vom Gesundheitsministerium laufend evaluiert. Grundsätzlich orientiert sich die Akzeptanz der Impfstoffe in Österreich an der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Zurzeit ist Sputnik sowie Sinopharm und Sinovac kein zugelassener Impfstoff. Sinopharm und Sinovac berechtigen nur zur Einreise nach Österreich.

Wer gilt als „Kontaktperson“?

  • Kontaktpersonen (i.e. „Ansteckungsverdächtigte“) sind Personen mit einem Kontakt zu einem bestätigten SARS-CoV-2-Fall.
  • Relevant für die Kontaktperson ist die Zeitperiode der Ansteckungsfähigkeit des SARS-CoV-2-Falles.
  • Ansteckungsfähigkeit besteht i.d.R. 48 Stunden vor Erkrankungsbeginn (i.e. Auftreten der Symptome) bis 10 Tage nach Erkrankungsbeginn des SARS-CoV-2-Falles.
  • Ansteckungsfähigkeit besteht bei asymptomatischen SARS-CoV-2-Fällen 48 Stunden vor bis 10 Tage nach Probenentnahme, welche zum positiven Testergebnis geführt hat.

Wer gilt als KPI?

Als Kontaktpersonen mit hohem Infektionsrisiko (K1-Kontakte) gelten:

  • Personen, die kumulativ für 15 Minuten oder länger in einer Entfernung ≤2 Meter Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit einem bestätigten Fall hatten (insbes. Haushaltskontakte).
  • Haushaltskontakte
  • Personen, die sich im selben Raum (z. B. Klassenzimmer, Besprechungsraum, Shop) mit einem bestätigten Fall in einer Entfernung ≤ 2 Meter für 15 Minuten oder länger aufgehalten haben.
  • Personen mit folgenden Kontaktarten im Flugzeug oder anderen Langstreckentransportmitteln wie Reisebussen oder Zügen:
    • Direkte Sitznachbarn des bestätigten Falles
    • Besatzungsmitglieder oder andere Passagiere, sofern auf Hinweis des bestätigten Falls eines der anderen Kriterien zutrifft (z. B. längeres Gespräch; o.ä.).
  • Personen, die unabhängig von der Entfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit einer relevanten Konzentration von Aerosolen ausgesetzt waren (z. B. Feiern, gemeinsames Singen oder Sporttreiben in Innenräumen) oder ungeschützten, direkten Kontakt mit infektiösen Sekreten eines bestätigten Falles hatten.
  • Personen, die direkten physischen Kontakt (z. B. Hände schütteln) mit einem bestätigten Fall hatten.

Wer gilt nicht als KPI?

  • Personen, sofern bei ihrem Kontakt zum bestätigten Fall geeignete und nachvollziehbar korrekt umgesetzte Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos angewandt worden sind (z.B. beidseitiges Tragen einer FFP2-Maske bzw. eines MNS [Kinder 6-14 Jahre])
  • Personen mit geschütztem Kontakt mit positiv getestetem Gesundheits- und Pflegepersonal unter Einhaltung korrekt umgesetzter Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos oder Vorhandenseins von Trennwänden (z.B. Plexiglas)
  • Personen, bei denen mindestens 3 immunologische Ereignisse zumindest 7 Tage vor dem Kontakt stattgefunden haben (z.B. 3 Impfungen). Ausgenommen hiervon sind schwerwiegend immungeschwächte bzw. immunsupprimierte Personen
  • 5 – 11-jährige Kinder, bei denen mindestens 2 immunologische Ereignisse zumindest 14 Tage vor dem Kontakt stattgefunden haben (z.B. 2 Impfungen)

Abweichendes Vorgehen gilt für Gesundheits- und Pflegepersonal, Personen in Bildungseinrichtungen bis zum Ende der 12. Schulstufe, versorgungskritisches Gesundheits- und Schlüsselpersonal sowie für Spitzensportler bzw. Mitwirkende an künstlerischen Darbietungen in fixer Zusammensetzung.

Wie läuft das Contact-Tracing durch die Gesundheitsbehörde (Magistrat bzw. BH) ab?

  • Namentliche Registrierung, Erhebung von Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Berufsort, Berufstätigkeit und Wohnverhältnissen.
  • Häusliche Quarantäne für 10 Tage nach dem letzten Kontakt zu einer KPI und Durchführung einer PCR-Testung nach Identifikation. Die PCR-Testung sollte bei nicht ausreichenden Testkapazitäten entfallen.
  • Eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist mit einer negativen PCR-Untersuchung frühestens am Tag 5 nach der dem letzten Kontakt zu einer KPI möglich.
  • Informationsschreiben an diese über COVID-19-Krankheitsbild, Krankheitsverläufe und Übertragungsrisiken,
  • Selbst-Überwachung des Gesundheitszustandes, Verhalten im Rahmen der häuslichen Absonderung.